LEBENSZEICHEN

Naturgeschichten

Naturgeschichten aus Garten, Wald und Flur

Echte Geschichten aus der heimischen Natur
– unterhaltsam, informativ und manchmal ganz schön schräg –

Duell im Netz – Jägerin und Gejagde

Gartenkreuzspinne
(Araneus diadematus)

Ein leises Summen, ein zu hastiger Anflug und die Falle schnappt zu. Eben noch gefährlicher Räuber mit giftigem Stachel, hängt die Wespe nun zappelnd in einem fast unsichtbaren Netz zwischen den Sträuchern. Ihre Flügel schlagen wild, die Beine rudern verzweifelt, doch je mehr sie sich windet, desto stärker verheddert sie sich im klebrigen Fadengeflecht. Die Unachtsamkeit wird tödlich enden.

Araneus diadematus - Gartenkreuzspinne

Denn schon ist Bewegung im Zentrum des Netzes. Araneus diadematus, die Gartenkreuzspinne, zögert nicht und eilt augenblicklich zu ihrer Beute, beißt zu, injiziert ihr lähmendes Gift beginnt sofort mit dem Einspinnen. In wenigen Augenblicken ist der bewegungsunfähige Hautflügler ein regloses Lunchpaket –für später aufbewahrt wie ein belegtes Brötchen in der Frühstücksbox.

Der klare Sieg ist für die Spinne gewohnter Alltag. Die Kreuzspinne fängt nicht nur harmlose Fliegen – sie wagt sich auch an Wespen, Hummeln oder sogar Hornissen. Sie ist eine geduldige Lauerjägerin, mit einem [wikkilink key=“Spinnennetz“]Netz[/wikilink] das für sie gleichzeitig Wohnzimmer, Waffe und Vorratskammer ist.

Araneus diadematus - Gartenkreuzspinne

Doch auch die Männchen dieser Art leben gefährlich, denn sie müssen für ein einziges Rendezvous stets ihr Leben riskieren. Wer sich einer weiblichen Kreuzspinne nähert, ohne die richtigen Signale zu senden, endet nicht in einer Romanze – sondern als zweites Frühstück.

Das Kreuzspinnnenweibchen ist im Liebesleben eine gnadenlose Femme Fatale. Für die Männchen der Art ist jede Annäherung an das Weibchen ein Tanz auf Messers Schneide. Sie nähern sich zitternd und vorsichtig, klopfen auf dem Netz und senden vibrierende Signale um nicht mit einem zappelnden Käfer verwechselt zu werden. Denn das Weibchen entscheidet allein: Paarung oder Mahlzeit.

Wenn das Männchen Glück hat, darf sich kurz paaren, wenn es Pech hat, wird dabei verspeist, nicht selten auch ohne eine Chance zur Paarung. Für das Männchen ist es ein Hochrisikoakt mit tödlichem Ausgang und einer kleinen Chance zur Fortpflanzung. Aber wer es nicht wagt, der nicht gewinnt und bleibt genetisch mit absoluter Sicherheit im Spiel der Evolution bedeutungslos.

So leben die Männchen dieser Art gefährlich. Aber sie sterben mit Stil. Denn in der Welt der Kreuzspinnen gilt: Wahre Liebe muss bereit sein, alles zu geben – am Ende sogar sich selbst.

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LEBENSFORMEN

Artenportrait

Araneus diadematus - Gartenkreuzspinne

Araneus diadematus – Gartenkreuzspinne

Von Mai bis Oktober zieht die Gartenkreuzspinne ihre kunstvollen Netze zwischen Hecken und Sträuchern. Während sie geduldig auf Beute lauert, riskieren die Männchen ihr Leben für eine einzige Paarung.

BLICKWINKEL

Photoshow

Araneus diadematus - Gartenkreuzspinne

Araneus diadematus – Gartenkreuzspinne

Diese Galerie zeigt die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) in ihrem natürlichen Lebensraum – unverfälscht und detailliert.
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